Newsletter Juli/ August

„Die Freiheit beginnt dort, wo die Angst endet“

Dieses Zitat habe ich schon einmal verwendet, jetzt möchte ich es gerne ergänzen. Nicht nur die Freiheit, sondern auch der offene Umgang miteinander, ein klares, bewusstes Schauen und Wahrnehmen beginnt, wenn wir unsere Ängste erkennen und eingestehen und sie uns dadurch nicht mehr unbewusst die Wahrnehmung färben.

Was will ich damit zum Ausdruck bringen?

Durch den Umgang mit Corona ist viel Veränderung, Verunsicherung und Verstörung in der Bevölkerung entstanden und wirkt sich aus. Der zwischenmenschliche Umgang ist unwegsamer geworden.

In den Gesprächen, die ich führe, wird es richtig interessant, wenn ich nachfrage warum wer was möchte. Denn da offenbaren sich oft sehr unterschiedliche und auch wechselnde Ängste als Triebkraft. 

Angst vor dem „Unberechenbaren“. Angst vor Verlust – Verlust der Gesundheit, der Arbeit, des Lebens, von Freunden, von Familienangehörigen, von Nähe und Berührung, des Lebensstandarts, der Freiheit, der Selbstbestimmung, der demokratischen Grundrechte, … .  Angst davor, etwas falsch zu machen. Angst vor Schuld. Angst vor den Reaktionen anderer, vor Ablehnung. Angst vor Strafen. Angst vor Willkür.

Angst verzerrt oft die Wahrnehmung. Verhindert allzuoft ein offenes Hinschauen, in Dialog gehen und miteinander nach Lösungen suchen. Auch das Nicht-Wissen auszuhalten ist für ängstliche Menschen kaum möglich. Ganz zu schweigen von einem langsamen, offenen Vortasten in ein vermeintlich gefährliches, unbekanntes Terrain. Ängstliche Menschen suchen Sicherheit und eine möglichst verlässliche Ordnung.

Das spiegelt sich für mich auch in den sich verhärtenden Positionen der Maßnahmenbefürworter und Maßnahmengegner wieder. Keine Offenheit mehr für andere Sichtweisen. Es gibt auf beiden Seiten ein klares Richtig und Falsch. Eigentlich wie in einem Rosenkrieg, da geht es auch nicht mehr um die Sache. Da führt die Angst zu einem unberrechbaren Wechselspiel von Macht und Ohnmacht.

Aufzulösen wäre das für mich, indem jede/r sich ehrlich mit den eigenen Motiven und dahinter stehenden Ängsten auseinander setzt, die einem offenen Hinschauen und Dialog im Weg stehen.  Das Eingestehen und auch Aussprechen der eigenen Ängste ist etwas, das Menschen verbinden und öffnen kann. Das dazu führen kann den eigenen Blick zu klären und dadurch wieder zu weiten. Das Verdrängen, Kaschieren und Ausagieren unter einem irreführenden Deckmäntelchen führt eher zu Spaltung – in den Menschen selbst und im Miteinander.

Vielleicht hast du Lust, dir mal selbst ein paar vielleicht unbequeme Fragen zu stellen?

Warum verhalte ich mich in dieser Corona-Zeit, so wie ich mich verhalte? Welche Ängste stecken dahinter? Welchen Aussagen glaube ich und warum? An welchen Werten orientiere ich mich? Bin ich der Meinung, ich weiß es besser, als die anderen und muss deswegen für sie denken? Bin ich der Meinung ich handele für die anderen? Wenn ja, habe ich sie gefragt, ob sie das wollen? Bin ich der Meinung, die anderen müssen mich schützen? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? Stehe ich zu meinen Ängsten oder verschleiere ich sie? Wo verhalte ich mich selbst komplett widersprüchlich im Umgang mit Corona? Warum handele ich einmal so und einmal so? Was für eine Einstellung habe ich zum Leben, zum Tod, zu Krankheit? Wenn ich selbst oder jemand anderes krank wird oder stirbt, stelle ich da die Schuldfrage, suche ich „Schuldige“? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? Bin ich offen mir andere Meinungen anzuhören? Gebe ich die Verantwortung dankbar an Entscheidungsträger, Fachleute ab? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? Halte ich es für möglich, dass ich mich irre? Kann ich es zugeben, wenn ich mich geirrt habe? An welchen Punkten blende ich aus, weil es mich überfordert? Wann werde ich im Miteinander wütend und warum? Was schmerzt mich, macht mich traurig in dieser Corona-Krise? Wie geht es mir damit, dass die Einstellungen und die Vorgaben zu Corona sich in einem ständigen Wandel befinden? …

Wir sind alle nicht perfekt. Manchmal ist es schmerzlich ehrlich mit sich selbst zu werden, weil man dann auch enttäuscht ist, am eigenen Selbstbild kratzt. Aber es ist der beste Weg, um in ein offenes, ehrliches, selbstbstimmtes und erfülltes Leben und Miteinander zu finden. Der beste Weg, um in solchen Krisen nicht aus Versehen zu einem Spielball zu werden, der aufgrund der eigenen unbewussten Ängste leicht und einfach zu beeinflussen ist.

In dem Sinne wünsche ich mir von uns in den Yogakursen, in der Massage, im Miteinander, dass wir ehrlich zu einander sind und jede/r für sich sorgt, die Eigenverantwortung übernimmt und zu dem steht, was für ihn/ sie zu diesem Zeitpunkt stimmt und was nicht. Und eine Akzeptanz, dass es für die anderen anders sein darf.

Offiziell sind die Yogakurse, so wie ich es verstanden habe, wieder frei und sogar ohne Abstand, Maske und mit Kontakt möglich, was mich persönlich freut. Ich hänge euch die Bestimmung unten an.

Ich habe grünes Licht für beide Räume bekommen. Ihr kennt die Räume und wisst, in welchem Abstand wir normal liegen, wenn die Kurse voll sind. Spürt in euch rein, ob das für euch stimmig ist.

Ich freue mich wieder in das gemeinsame Üben, Wahrnehmen, Sein und Forschen einzutauchen!


Achtsamkeits-Yoga Kurse beginnen am 17./ 18. August:

Mo 18:00 – 19:30 Uhr / 12 Abende/ 138,- € 

Mo 20:00 – 21:30 Uhr/ 12 Abende/ 138,- €

in der Praxis Burok-Höhler, Friedrich-Ebert-Str. 47, Idstein

Di 18:00 – 19:30 Uhr/ 12 Abende/ 138,- €

Di 20:00 – 21:30 Uhr/ 12 Abende/ 138,- €

in der Montessorischule, Wiesbadenerstr. 74, Idstein

Achtung: In den Herbstferien (5.10. – 16.10.)  findet KEIN Yoga statt.

Alles unter Vorbehalt, falls neue Corona-Auflagen in Kraft treten. Falls nicht genügend Anmeldungen zustande kommen, werde ich, in Absprache mit euch, die Kurse zusammen legen.


Der Massageraum ist schon seit längerer Zeit wieder geöffnet und du bist herzliche eingladen dich in Form einer Massage verwöhnen zu lassen. Ich freue mich auf dich!


Soweit meine Angebote. 

Ein Gruß aus offenem Herzen und voller Vorfreude auf Kontakt mit euch

… und für die, die wollen, eine herzliche Umarmung

Kerstin


Die für uns wichtigen Auszüge aus folgender Verordnung:

https://wirtschaft.hessen.de/wirtschaft/corona-info/was-ist-wieder-erlaubt-was-nicht

Sportbetrieb

Der Sportbetrieb ist in einem erweiterten Umfang gestattet. Der Trainings- und Wettkampfbetrieb innerhalb einer Gruppe von höchstens zehn Personen ist analog den Regelungen für den Aufenthalt im öffentlichen Raum erlaubt.

1. Zusammenkünfte und Veranstaltungen

Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, in einer Gruppe von höchstens zehn Personen oder mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet. Bei Begegnungen mit anderen Menschen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

Hygieneregeln Sportbetrieb

Trainings- und Wettkampfbetrieb ist gestattet, wenn

• er mit mehr als zehn Personen kontaktfrei bzw. unter Einhaltung eines Mindestabstandes von 1,5 Metern ausgeübt wird, 

• mit Kontakt in einer Gruppe mit höchstens zehn Personen stattfindet.

• nur die persönliche Sportbekleidung und -ausrüstung einschließlich Badeschuhen, Handtüchern und ähnlichem verwendet wird

 
 
 

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