Newsletter Juni

„Ein ehrliches NEIN dem anderen gegenüber ist ein JA zu Dir selbst“

Wie hört und fühlt sich dieser Satz für dich an?

Für mich bietet er viele Möglichkeiten zum Nachdenken und -spüren und bereichert einen, oft als Dilemma empfundenen, Entscheidungsprozess durch eine mögliche, schöne Sichtweise.

Das Problem des NEIN-sagens ist ja, dass wir das Gegenüber zurückweisen. Das ist letztlich unvermeidbar, da unser tägliches Leben aus unendlich vielen Entscheidungen besteht. Entscheidungen beinhalten immer ein Für und ein Gegen. Aber im zwischenmenschlichen Bereich passiert es nicht selten, dass eine (Sach)Entscheidung persönlich genommen, also als Ablehnung der ganzen Person empfunden wird und dementsprechend emotional darauf reagiert wird. Ich denke wir kennen diese Situationen wahrscheinlich alle aus beiden Perspektiven – sowohl als die Person die NEIN sagt, (und darauf eine starke, emotionale Reaktion erfahren hat), als auch die Person die ein NEIN erhält, das sich anfühlt, wie eine Ablehnung unserer Person.

Wenn wir das Zitat oben ernst nehmen, dann ist das NEIN nicht gegen das Gegenüber gerichtet, sondern ist ein JA, ein Für-sich-sorgen des NEIN-Sagers. „Ich entscheide mich für mich, für mein Wohlgefühl, selbstfürsorglich und nicht GEGEN Dich.“ Ist der Unterschied für dich deutlich?

Vielleicht hast du Lust mal in der nächsten Zeit zu beobachten, wie mit den NEINs in deinem sozialen Umfeld umgegangen wird, wie du selbst damit umgehst? Ob sich der Blick darauf – mit der Idee, dass die NEIN-Sager einfach für sich sorgen und sich das NEIN nicht gegen das Gegenüber persönlich richtet – ändert? Ob dir bewusster wird, wenn du selbst NEIN sagst, dass du dabei für dich sorgst und vielleicht sogar für welches Bedürfnis du dabei sorgst? 

Meiner Erfahrung nach ist`s enorm hilfreich – auch für das Gegenüber – wenn man benennen kann, warum man dieses JA zu sich selbst gerade braucht. Denn wir kennen wahrscheinlich alle das  schlechten Gewissen das laut wird, wenn wir jemandem NEIN sagen, welches dem Bedürfnis nach Selbstfürsorge entgegen steht. Somit können wir uns vielleicht durch das Benennen helfen verständnisvoller mit dem NEIN umzugehen. D.h. aber nicht, dass man seine Traurigkeit, wenn man ein NEIN bekommt, nicht zeigen oder aussprechen darf. Das gehört für mich genauso dazu. Es geht darum, sich gegenseitig zu zeigen und zu sehen. So kann es gelingen, dass wir uns mit dem Gegenüber, dass uns ein NEIN gegeben hat freuen können, dass es für sich gesorgt hat. Und auf der anderen Seite, dass das Gegenüber mitfühlend mit unserer Traurigkeit umgehen kann, die entstanden ist, da unser Bedürfnis auf diesem Weg keine Befriedigung gefunden hat. Wir bleiben in Verbindung.

Was denkst du darüber?


Angebote im Juni

Die Raumsuche ist noch im Gange, aber noch nicht von Erfolg gekrönt, deswegen wird es auch im Juni dienstags online weiter gehen. Unabhängig davon werde ich, auch wenn ich einen Raum finde, weiter einen Online-Kurs anbieten.


Beginn 7.6.  – Achtsamkeits-Yoga – online

Di 19:00 – 20:30 Uhr/ 4 Abende/ 46,- €

über Zoom

Beginn 13.6.  – Achtsamkeits-Yoga Kurse

Mo 18:00 – 19:30 Uhr/ 5 Abende/ 57,50 €

Mo 20:00 – 21:30 Uhr/ 5 Abende/ 57,50 €

Am 20. Juni findet KEIN Yogaunterricht statt

in der Praxis Burok-Höhler, Friedrich-Ebert-Str. 47, Idstein

Wer gerne regelmäßigeren Unterricht möchte, kann den Präsenzunterricht wieder mit dem Online-Unterricht ergänzen, also den 7. und den 21. Juni online dazu buchen. Dann erhöht sich die Gebühr auf 80,50 €


Eine interessante NEIN/ JA (zu mir) Beobachtungszeit wünsche ich euch – voller kleiner Überraschungen, Innehalten und bewusstem Miteinander.

Eine offene Umarmung für alle, die wollen.

Von Herzen

Kerstin

Ein Gedanke zu „Newsletter Juni“

  1. Hallo liebe Kerstin,

    das erinnert mich an einen Dialog vor einigen Jahren.
    Eine wundervolle Freundin erwartete von mir, dass ich mich über ihr Beziehungsjubiläum freue. Leider konnte ich das nicht, weil es Aspekte an dieser Beziehung gab, die meiner tiefsten inneren Überzeugung widersprachen und sagte „Nein.“ – ‚Dann sei ich nicht ihre Freundin‘ warf sie mir an den Kopf und so beendeten wir schlagartig Gespräch und Beziehung.
    Ich hätte mir gewünscht ihre Beziehung weiterhin akzeptieren zu können, ohne mich darüber freuen zu müssen. Ob ich das gesagt habe? Ob wir wohl beide schneller eingeschnappt waren, als der präfrontale Cortex schaltet?
    Es ist wirklich nicht einfach mit den „Neins“…

    Ist „Yoga im Wohnzimmer“ wirklich erst 25 Jahre her?

    Ich grüße Dich herzlich,
    Simone

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