Pausen

Pausen sind die Würze des Lebens … habe ich in meinem Newsletter geschrieben. Was meine ich eigentlich damit?

Für mich sind Pausen ein ganz wesentlicher Bestandteil für Lebenszufriedenheit. Erst durch Innehalten, zur Ruhe kommen, Loslassen kann Regeneration geschehen, können wir unseren Energiespeicher wieder füllen – und gleichzeitig unseren Blick auf die Dinge verändern. Entwicklung, Veränderung oder Erweiterung geschieht oft in und durch Pausen.

Wie oft passiert es, dass Kinder nach den Schulferien etwas können, was vorher nicht geklappt hat, ohne dass sie nochmal explizit geübt haben?!

Ich selbst erfahre das sehr intensiv. Ich kann viel aufnehmen bis zu einem gewissen Grad und dann brauche ich Pause, dann geht gar nichst mehr. Nach der Pause ist das Neue schon weitestgehenst integriert und bedarf nurnoch ein bißchen Übung. Ignoriere ich das Pausenbedürfnis, werde ich unkonzentriert und zunehmend verwirrter, was das Gelernte angeht. Ich versuche dann gegen meine Natur des Lernens zu gehen und mir den Stoff rational zu erarbeiten, festzuhalten, zu sortieren. Versuche das, was sonst unbewusst und von alleine abläuft, bewusst zu machen und verbrauche dabei mind. die doppelte Energie, was mich zunehmends erschöpft. Das Ergebnis ist meist niederschmetternd und dann bedarf es einer viel größeren Pause, damit sich das Chaos wieder sortieren kann. (So habe ich viel meiner Schulzeit verbracht, als ich noch nicht auf meine Art lernen durfte – mir fehlten die Pausen und das führte zur Erschöpfung…  und  zu dem Gefühl nicht gut lernen zu können.)

Pausen tun schlicht und ergreifend gut, lassen das Leben einfacher werden. Allerdings nur, wenn wir sie ausgewogen platzieren und das dürfte bei jedem von uns sehr unterschiedlich aussehen!

Richtig dosiert lassen sie das Leben „schmackhafter und bekömmlicher“ werden,  so wie  wohldosierte Gewürze einer Speise den Zauber verleihen.

Allerdings sind in unserer, stark von Leistung geprägten Gesellschaft, Pausen immer noch sehr gering geschätzt, werden allzuoft mit Faulheit gleichgesetzt, abgewertet. (Nicht nur vom sozialen Umfeld, sondern noch viel schlimmer – von uns selbst).  Zwar versucht die Wissenschaft der Gesellschaft das Thema „Pausen“ schon lange schmackhaft zu machen, indem sie auf die Leistungsoptimierung, die durch sinnvoll eingesetzte Pausen entsteht, aufmerksam macht.

Z.B. ist es im Sport mittlerweise standart Trainingspausen  einzulegen, um eine Leistungssteigerung zu erreichen. Genau dasselbe Prinzip funktioniert auch im geistigen Bereich. In den Pausen verknüpft das Gehirn neu, verarbeitet und sortiert, laut Wissenschaftlern.

Aber selbst die angepriesene Leistungsteigerung, die ja wirtschaftlich gesehen rentabel wäre, kann sich bisher nicht durchsetzen. Der Leistungszwang unserer Gesellschaft scheint tief verwurzelt zu sein.

So muss jede/r  sich an die eigene Nase packen und bei sich selbst anfangen.

  • Wie sehen deine Pausen aus?
  • Was für ein Kopfkino läuft bei dir ab, wenn du Pause machen möchest?
  • Was für ein Kopfkino läuft bei dir ab, wenn du dein Pausenbedürfnis übergehst?
  • Bist du dann stolz, doch leistungsfähiger zu sein, als du gedacht hättest?
  • Hast du dir bewiesen, dass du mit Zähnezusammenbeißen noch mehr schaffen kannst?
  • Rächt sich das Pauseübergehen bei dir?
  • Wenn ja, wie?
  • Wenn nein, wieviel Befriedigung und Lebensqualität bringt dir deine Leistungsbereitschaft?

Wenn es sehr viel ist, guck doch mal neugierig, ob eine Pause auch diesbezüglich, wie von den Wissenschaftlern erforscht, ein zusätzlicher Gewinn sein könnte.

Sei doch einfach mal neugierig, was Pausen in deinem Leben bewirken können und probier aus!

Wie geht das eigentich, wie macht man Pause?

  • Die wohl natürlichste Art ist das Schlafen. Auch der Kurzschlaf ist sehr ergiebig. Der Vorteil vom Schlaf ist, dass deine Gedanken dich nicht weiter fest im Griff haben und dir Stress verursachen. Kopf und Körper entziehen sich deiner Kontrolle und gehen ihre eigenen Wege der Regeneration.
  • Ausdauersportarten, wie Laufen, Schwimmen, Radfahren können gute Pausen sein. Auch sie führen oft zu einem Ruhigerwerden des Gedankenkinos und helfen dem Körper Spannung abzubauen.
  • Für die nicht so Bewegungsfreudigen gibt es Entspannungsmethoden wie Yoga, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung… die helfen körperlich und geistig zur Ruhe zu kommen.
  • Die Meditaiton ist eine der anerkanntesten Formen „rumzusitzen und nichts zu tun“ 😉 Sie ist jedoch eine hohe Kunst. Denn sie verlangt, dass man zum einen lernt entspannt zu sitzen und zum anderen, sich dem, oft beim zur Ruhe kommen erstmal lauter werdenen Kopfkino, zu widersetzen; in eine Beobachterrolle zu schlüpfen. Und gleichzeitig ganz wach im Jetzt zu sein. Wem das leicht gelingt, der braucht sich über Pausen keine Gedanken mehr zu machen! Das soll nicht abschrecken, es ist gut sich immer mal wieder hinzusetzen und zu beobachten, was in einem geschieht, wenn man den Atem bewusst vertieft und regungslos sitzt. Das spiegelt den eigenen momentanen Zustand und dann kann man, falls der Zustand voller Unruhe und Anspannung ist, die einem das Sitzen unmöglich machen, doch auf eine einfacher Form der Pause zurück greifen.
  • Dem Körper kann es gut tun sich für 5-10 Minuten auf den Rücken zu legen – bei Rückenschmerzen die Beine auf einen Stuhl ablegen – und durch tiefe ruhige Atmung zu entspannen, loszulassen.
  • Man kann natürlich auch zur Massage gehen und mithilfe von Berührung zur Ruhe kommen, entspannen.
  • In die Natur gehen ist ebenfalls eine gute Form der Pause, die Körper und Geist beruhigen kann. In Japan untersuchen Wissenschaftler gerade  die Heilkraft des „Waldbadens“. Dass Naturaufenthalt die Menschen entspannt und regeneriert, wurde in verschiedenen Studien nachgewiesen. Allerdings nicht im vollen Maße, wenn man die Natur wie ein Laufband benutzt und sich mit einer Gedankenhaube abschottet 😉
  • Schnelle und effektive Formen der Pause  sind z.B. einfach für 2 Minuten die Augen zu schließen, bewusst zu atmen, aufzustehen und sich sanft zu recken und strecken.  Das öfter am Tag wirkt schon kleine Wunder.
  • Wer mehr Zeit hat, verlasse mal für  5-10 Minuten sein Umfeld, ohne Handy oder sonstige Erreichbarkeit und laufe einmal um den Block oder, wenn vorhanden, raus in die Natur. Für Menschen die viel vor dem Computer arbeiten ist es sinnvoll den Blick dabei bewusst in die Ferne schweifen zu lassen, um die Augen zu entlasten.
  • Wichtig ist, dass du erstmal ein Bewusstsein für die wohltuende Wirkung von Pausen entwickelst und das funktioniert nur durch Ausprobieren, Wiederholen und Reflektieren.

Auch wenn ich froh bin, dass die Raucherzeiten vorbei sind, brachten sie die typische Raucherpause mit sich und damit eine Pausenkultur, die für unsere Gesellschaft wünschenswert wäre. Leider haben sich die Raucher mit dem Rauchen auch die Pausen abgewöhnt…

Was mit dem Rauchem möglich war, muss doch auch so möglich sein oder braucht es immer eine Ausrede für eine Pause? Die Pause sollte als solches Argument genug sein – denn sie wirkt ja leistungsoptimierend (für die Arbeitgeber) und bereichernd für die eigene Lebensqualität.  Also …

Auf zu einer neuen Pausenkultur!

Und wenn wir damit nicht durchkommen, bleibt ja immer noch die APP¹   🙂

Ich hoffe ich konnte einige Anregungen geben und wünsche dir viel Freude beim Experimentieren mit den Pausen in deinem Leben!!!

Ich schließe jetzt mal für 2 Minuten die Augen. Machst du mit?

¹ Allgemeine Pinkel-Pause

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