Newsletter August/September

Unsere Vorstellungen sind oft zu begrenzt

und stehen uns im Weg

 

Heute mache ich ein Experiment und verbinde das erste Mal Computerarbeit und Draußensein. Ich habe diese beiden Komponenten immer strikt getrennt. Wenn ich draußen in der Natur war, wollte ich kein technisches Gerät benutzen, sondern mit allen Sinnen wach sein für die Natur. Jetzt sitze ich hier auf meiner geliebten Gartenbank, auf der ich so gerne bin und einfach den Vögeln lausche, den Insekten zuschaue, wie sie die Blümchen anfliegen und sich nähren und dabei ruhig werde, nichts anderes brauche.

Ob ich dieses Erleben jetzt wohl verstöre, durch den Computer?

Die Verbundenheit mit der Natur bleibt erstaunlicherweise bestehen. Ich höre das Rotschwänzchen, den Specht, sehe die Taube und den Spatzenschwarm vorbeifliegen, spüre die Morgenkühle auf der Haut und beim Atmen und schaffe es, diese Wahrnehmungen hier nebenbei in Worten festzuhalten. In meiner Vorstellung dachte ich, es würde mir etwas nehmen. Der Laptop ist wirklich die kleinste Komponente in dem Ganzen und stört gar nicht so. Und die Natur lenkt mich nicht so ab, dass ich nicht mehr schreiben könnte.

Gerade kleiden ein paar Sonnenstrahlen eine Blume und die daraufsitzende Biene in zauberhaftes Licht und ich bin glücklich, bei diesem Anblick. Drinnen hätte ich das alles nicht mitbekommen. Es sind diese kleinen, kurzen Wahrnehmungen, die mir Freude, Energie und Glücksmomente schaffen, die mir das Arbeiten am Computer sogar erleichtern. Es war also meine zu begrenzte Vorstellung, die dieser Erfahung im Weg stand und mich eingeschränkt hat.

Wie oft sind unsere Vorstellungen zu eng und dennoch so dominant? Was wäre noch alles möglich? Was probieren wir nicht, weil wir es uns nicht vorstellen können oder wollen? Und was nehmen wir uns dadurch möglicherweise alles?

Letztendlich werden wir das nur durch Ausprobieren herausfinden. Gerade die Verbindung von nicht so Geliebtem und Schönem kann unglaublich bereichernd sein, stelle ich gerade fest.

Hm … im Yoga oder in der Massage kommen ja auch oft zwei solche Komponenten zusammen. Durch die Berührung oder die achtsame Bewegung kommen möglicherweise erstmal die unangenehmen Komponenten ins Bewusstsein. In der Ruhe spüren wir unsere eigene Nervosität und Anspannung deutlicher oder auch unsere Erschöpfung. In der Bewegung fühlen wir unsere Grenzen und Schmerzstellen. Das mag für manche ein Grund sein, sich lieber gar nicht erst in solche Settings zu begeben.

Die Kunst ist es, genau das wahrzunehmen und gleichzeitig genauso wahrzunehmen, wie der Körper durch Berührung oder Bewegung beginnt zu entspannen, Raum und Freiheit bekommt. Wie der Atem sich beginnt zu vertiefen und dadurch etwas in uns zur Ruhe kommen kann. Nicht unbedingt in allen Bereichen, aber auf jeden Fall in einigen.

Es geht darum den Fokus zu weiten und neben dem Unangenehmen oder Störenden auch das Angenehme wahrzunehmen, was in großen Teilen immer da ist. Wieder ein Bild des Ganzen zu bekommen.

Ich merke, dass es toll ist, hier draußen zu sitzen und mir diese Nährquelle – trotz Computerarbeit – zugänglich zu machen. Schön, wieder eine mir selbst im Weg stehende Vorstellung entkräftet und eine neue Qualität entdeckt zu haben. Denn, wenn ich ehrlich bin, hatte ich auch oft keine Lust drinnen zu sitzen und habe so manche Arbeit gerne nach hinten verschoben.

Kennst du solche Erfahrungen? Kannst du diese Qualität im Yoga oder der Massage spüren?

Wenn du magst, kannst du ja bei der nächsten Massage oder der nächsten Yogastunde bewusst wahrnehmen, was dabei in dir geschieht? Oder in deinem Alltag mal zwei Komponenten spielerisch zusammenbringen, die bisher in deiner Vorstellung nicht zusammen gingen, frei nach dem Motto: „Alle haben gesagt, das geht nicht. Da kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht.“

Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen mit mir teilst.


Angebote im September


Zeit für mich – Achtsamkeits-Yogakurse

Beginn 5./.6. September 

Mo 18:00 – 19:30 Uhr/ 5 Abende/ 57,50 €

Mo 20:00 – 21:30 Uhr/ 5 Abende/ 57,50 €

Di 18:00 – 19:30 Uhr/ 6 Abende/ 69,- €

in der Praxis Burok-Höhler, Friedrich-Ebert-Str. 47, Idstein

Am Montag den 3. Oktober findet KEIN Yogaunterricht statt

 

Beginn 6. September – Onlinekurs

Di 20:15 – 21:45 Uhr/ 6 Abende/ 69,- €

über Zoom


Vorfühlen für eine Aktion von Abenteuer Moment

Bernd und ich haben uns ja der Mediation zugewandt und dabei wieder feststellen können, wie wichtig Kommunikation ist. Wir haben vor eine kleine Online-Kommunikations-Gruppe zu machen, mit der wir uns einmal im Monat treffen und unsere eigene Kommunikation erforschen wollen. Hast DU Interesse, bei so einem Experiment mitzumachen? Dann schreib mir doch bitte. 


Ich wünsche euch viel Freude beim Ausprobieren neuer Möglichkeiten und freue mich, wenn ich die eine oder den anderen bei meinen Angeboten wiedersehe, wiederfühle.

Eine offene Umarmung für alle, die wollen und

herzliche Grüße aus meinem mittlerweile schon wieder schattigem Garten, nachdem die Sonne übergangsweise sehr präsent war

Kerstin

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