Newsletter Februar

Vom Suchen und vom Jetzt

 

Für mich beschränken wir Menschen unser eigenes Leben oft, indem wir ständig auf der Suche und somit zukunftsausgerichtet sind. Auf der Suche nach Sicherheit, nach Richtig und Falsch, nach Glück, nach Liebe, nach … . Das Suchen ist dabei allzuoft mit Vorstellungen verknüpft und meiner Erfahrung nach sind unsere eigenen Vorstellungen oft zu eng und einseitig und unrealistisch. Wir konzentrieren unsere Suche auf z.B. ganz genau ein Gefühl, einen Menschen, einen Zustand, eine Form von Miteinander, eine Form von Lebensgestaltung, … die wir gerne haben möchten und daran knüpfen wir die Vorstellung von tiefer Zufriedenheit. Eine Zufriedenheit, die dann am besten ewig halten soll. Das widerspricht aber dem Prinzip Leben. Das Leben besteht aus ständigem Wandel. Nichts bleibt dauerhaft, so sehr wir uns das manchmal wünschen.

Ich empfinde diese Form des Suchens oft als „Flucht“ aus dem wirklichen Leben, dem Jetzt. Sie ist immer zukunftsausgerichtet „Wenn, dann“. Das Jetzt bleibt dabei allzuoft ein unbefriedigender, nicht wirklich wahrgenommener Übergangszustand.

Das Jetzt ist aber der „Ort“ an dem das Leben statt findet.

Für mich bedeutet Leben sich ganz auf das Jetzt einzulassen und alle Facetten des Lebens zu fühlen und anzunehmen. Wenn mir das gelingt, erfahre ich das Leben als Fülle, fühle tiefe Dankbarkeit und Glück.

Dazu bedarf es eines wachen, neugierigen Hinschauens und -fühlens mit allen Sinnen und der Offenheit, dem zu begegnen, was wirklich da ist. Leider fehlt es uns dazu oft an Vertrauen und Mut. Und so bleiben wir lieber in Sicherheitsstrategien, leben nach eigenen Interpretationen und Einschätzungen, anstatt herauszufinden, was gerade wirklich da ist. Wir etablieren Rituale, leben nach Verhaltensmustern, die wir uns und unserem Miteinander überstülpen. Auch gesellschaftlich. Dadurch schaffen wir einen eingeschränkten, dafür aber übersichtlicheren Rahmen für unser Leben.

Wie wäre es anstatt dessen uns selbst und unserem Gegenüber immer mal wieder ganz neu zu begegnen und sich überraschen zu lassen, was sich heute für Facetten im Miteinander zeigen. Sich mit Staunen und Fragen und neugierigem Austausch zu begegnen – anstatt mit Erwartungen, die die Begegnung von Anfang an einschränken? Erwartungen, die oft eher zu Enttäuschung und Mangelgefühlen und somit in ein unbefriedigendes Miteinander führen oder gar in Konflikte, Streit.

Das Verrückte ist, dass im Jetzt eigentlich immer alles da ist. Nur nicht unbedingt in der Form, die wir kennen, die unseren Vorstellungen entspricht oder die wir uns erlauben zu leben. Wir begrenzen uns da selbst. Es ist nicht das Leben, das uns begrenzt, in dem es uns verwehrt, was wir meinen zu begehren. Es sind unsere eigenen Vorstellungen. Wenn wir uns wirklich auf das einlassen, was da ist, unsere Wahrnehmung und Sinne dafür schärfen, gibt es ständig viel zu entdecken, zu erfahren und das Leben wird bunt und reich. Ein Geschenk.

Wahrnehmen zu lernen, was wirklich da ist, ist einer der Hauptschwerpunkte meines Yogaunterrichts, eigentlich meines ganzen Tuns. Der Raum zum Sein beinhaltet immer alle Facetten und ich lade dich ein, diese in deiner eigenen Geschwindigkeit wahrnehmen zu lernen, um das Leben in seiner faszinierenden Fülle zu entdecken. Auch die Facetten, die angstbesetzt sind, als das zu erkennen, was sie sind – einfach nur eine Facette unter ganz vielen. Weder schlechter noch besser. Eine Facette, der nur wir selbst eine übergeordnete Bedeutung geben und ihr dadurch so viel Raum verschaffen, dass all die anderen Facetten im Hintergrund verschwinden, verblassen, bis unsichtbar werden.

Für mich ist es da der Weg, die in den Hintergrund getretenen Facetten wieder erfahrbar, wahrnehmbar werden zu lassen, ohne die angstbesetzten dafür auszublenden. Es geht um eine Gleichzeitigkeit von allem. Das Leben ist alles. Das Leben ist nicht entweder – oder, sondern sowohl, als auch.

Was denkst du darüber?


Angebote im Februar

Auch wenn ich euch und unser Miteinander vermisse, habe ich mich jetzt entschieden die Präsenzkurse auch im Februar noch ruhen zu lassen. Gleichzeitig möchte ich aber diejenigen, die sich nicht auf das Onlineformat einlassen können, auf die Möglichkeit des Kleinst-Gruppen Yoga aufmerksam machen. Ich beschränke da die Teilnehmerzahl im Februar auf 2 Personen, die hier bei mir zuhause zum Üben kommen können.  Vielleicht ist es ja so eine Alternative sich zumindest ab und zu mal eine Yogastunde im Februar zu gönnen?

Kleinst-Gruppen Yoga

90 Minuten/ 2 Personen/ 39,-€ (also 19,50 €/ Person)/ Termine nach Vereinbarung

Achtsamkeits-Yogakurs online

Beginn Di 8. Februar/ 19:00 – 20:30 Uhr/ 4 Abende/ 46,- €

über Zoom

Massagen und Raum zum Sein und Einzel-Yogaunterricht sind nach wie vor individuell buchbar.


Ich freue mich, wenn wir uns bei dem einen oder anderen Angebot wiedersehen oder wiederfühlen und wünsche Dir ein gutes Einlassen auf den Moment und neugieriges Entdecken

Ein lächelnder Gruß und für die die wollen, eine offene Umarmung

Kerstin

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