Individuelle Wahrnehmung

INDWA – heißt meine Homepage. Das ist die Abkürzung für Individuelle Wahrnehmung.  Warum dieser Begriff?

Weil ich in meinen Kursen/ Massagen immer wieder feststellen musste, wie unterschiedlich Menschen wahrnehmen und dementsprechend Übungsanleitungen umsetzen oder sich auf Berührungen einlassen können. Weil ich festgestellt habe, dass Berührung, eine Anleitung, eine Übung, ein Raum, eine Gruppe auf jede/n anders wirken kann und ich es aufgrund der vielen unterschiedlichen Wirkungen und Herausforderungen, die mir rückgemeldet wurden, aufgegeben habe zu denken, ich könnte allen „dasselbe“ beibringen oder „geben“.

Mittlerweile biete ich einen „Raum zum Sein und Ausprobieren“ an, in dem jede/r individuell vorgehen und wahrnehmen darf.  Z.B. im Yoga sind alle Übungen ein Angebot und jede/r  entscheidet selbst, wie weit er/ sie sich auf die Übung einlässt;  ist dazu eingeladen,  die eigenen Grenzen, sich selbst, den eigenen Körper, die eigenen Einstellungen zu erforschen.

Für manche ist es ein Leichtes sich auf die Übungen einzulassen und meine Anleitungen umzusetzen, für andere ist es allein eine Herausforderung in einem Raum mit fremden Menschen zu sein oder in der Gruppe bei sich zu bleiben. Wieder andere haben große Angst, etwas falsch zu machen und sind dadurch sehr angespannt. Da ist noch gar nicht die Offenheit, sich wirklich spüren zu können, sondern nur ein erstes Herantasten möglich.

Manche können sich schon sehr gut wahrnehmen und ihre Grenzen spüren. Für andere ist der eigene Körper im Detail noch gar nicht wahrnehmbar oder das Spüren ist durch Selbstablehnung in Teilen abgeschnitten. Einige werden am Anfang von meinen vielen „Angeboten“ überfordert sein oder durch Müdigkeit und Abdriften nicht folgen können.

Jede/r kommt mit anderen Voraussetzungen und wird an unterschiedlichen „Stellen“ gefordert. Ich versuche einen Raum zu schaffen, in dem jede/r so willkommen ist, wie er/sie ist und tun und lassen kann, was an diesem Tag für jede/n stimmt. Ich fordere immer wieder auf, sich selbst – hier und heute – ehrlich wahrzunehmen und zu schauen, was es braucht und auch wo die heutigen Grenzen sind. Letztendlich entscheidet jede/r TeilnehmerIn jedes Mal, wieviel Herausforderung – hier und heute – angenommen wird, wo die Grenzen sind, was er/sie heute braucht.

Ich werte nicht, frage höchstens mal nach und freue mich, wenn meine TeilnehmerInnen gut für sich sorgen. Mein „Raum zum Sein“ ist dabei sehr groß – sprich, man kann einfach zwischendrin Pause machen oder, wenn man eigene Impulse hat, diese frei umsetzen, egal, was die anderen gerade machen. Es geht darum, dass jede/r so sein kann, wie es sich gerade gut anfühlt. Wenn man kein Wohlgefühl findet, weil man in sich selbst sehr zerissen ist, ist es eine Zeit der Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion, die weiterhelfen kann. Denn nur, was man wahrnimmt, kann man ändern.

In der Massage und meinen anderen Angeboten ist es ähnlich. Deine Wahrnehmung zählt und du bist angehalten, zu schauen, was es – hier und heute – braucht/ zu schauen, wieviel Herausforderung du möchtest und deine Grenzen zu benennen, wenn sie spürbar werden.

So würden meine TeilnehmerInnen, KlientInnen wohl auch sehr unterschiedliche Antworten geben, was sie bei meinen Angeboten finden, warum sie teilnehmen, was ihnen daran gut tut – eben jede/r nach der eigenen individuellen Wahrnehmung.

Ich selbst finde es sehr faszinierend, wie unterschiedlich die Menschen sind. Ich lerne so viel dabei und freue mich immer, wenn mein Gegenüber sehen kann, dass es bei mir „einfach sein“ darf. Denn im „Einfach-Sein“ ist Loslassen, zur Ruhe kommen, Selbstwahrnehmung, Reflexion deutlich einfacher. Allein, wenn man die ganze Energie, die es für den Selbstschutz/ Abgrenzung braucht, freisetzen kann, hat man in diesen Momenten deutlich mehr Kraft für „Anderes“.

In dem Sinne wünsche ich dir gute Orte oder Begegnungen, bei denen du „einfach sein“ kannst – genau so, wie du bist – auch in der ganzen Widersprüchlichkeit, die jede/n von uns ausmacht.  Und ich wünsche uns allen mehr Klarheit im Benennen der individuellen Wahrnehmungen, denn nur so können wir uns besser verstehen und stehen lassen.

 

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